Bei Routinekontrollen bleiben Kauleistungsdefizite oft unerkannt. Wie Sie das vermeiden erfahren Sie in der Wissensdatenbank von Orehab Minds.
Eine regelmäßige Routinekontrolle ist für die Mundgesundheit unerlässlich. Doch gewisse Aspekte können trotzdem unerkannt bleiben. Die Überprüfung der okklusalen Funktion ist daher empfehlenswert. Wir stellen ein Fallbeispiel vor.
Die Zahnärztin Anastasia Novitskaya nahm eine Routinekontrolle bei einer 14-jährigen Patientin vor. Der klinische Befund war unauffällig: Das kariesfreie Gebiss zeigte eine nahezu Klasse I Verzahnung sowohl rechts als auch links. Subjektiv wurden keine Beschwerden von der Patientin angegeben. Zur Überprüfung der okklusalen Funktion wurde der Kaufunktionstest CHEW durchgeführt. Dabei zeigte sich – vor allem für die Patientin und deren Eltern überraschend – eine erhebliche Kaufunktionsbeeinträchtigung.
Die Patientin klagte weder über Schmerzen, noch zeigte der Zahnstatuts Auffälligkeiten: Die Okklusion der Patientin sah zufriedenstellend aus. Zur Kontrolle wurde dennoch der Kaufunktionstest CHEW der Firma Orehab Minds durchgeführt. Die Patientin wurde instruiert die Kaufunktionsteile für 30 Sekunden zu kauen. Dabei sollte die Patientin jedes Kaufunktionsteil zerkauen und so viele Stücke wie möglich in dieser Zeitspanne erzeugen. Wie von Orehab Minds vorgegeben. Die Patientin kaute die weichen, mittleren und harten Kaufunktionsteile auf der rechten Seite, auf der linken Seite und beidseitig.
Nach der unauffälligen Routinekontrolle wurde kein schlechtes Ergebnis des Kaufunktionstest zu erwarten. Jedoch zeigte der Kaufunktionstest eine schlechte Kaufunktion. Das Ergebnis wurde mit der Patientin und den Eltern besprochen. Dabei wurde die Notwendigkeit einer umfangreichen diagnostischen Erfassung erläutert. Es folgte daraufhin eine Fotodokumentation sowie Situationsabformungen, eine Modell- und Okklusionsanalyse im Artikulator, eine Kephalometrie und eine Kondylographie.
Die umfangreiche Befunderhebung zeigte keine Übereinstimmung der Interkuspidationsposition (IKP) und Referenzposition (RP). Die Unterkieferbewegung zeigte deutliche Abweichungen von der Norm, insbesondere bei den Funktionen Kauen, Sprechen und Bruxieren . Zusätzlich waren keine synchronen sowie gleichmäßigen Bewegungen möglich. Bei der Palpation der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke zeigte die Patientin starke Beschwerden. Basierend auf den Daten der Befunderhebung wurde eine Vorbehandlung mit Hilfe einer Schiene durchgeführt. Dadurch konnten die Schmerzsymptome vorerst gelindert werden. In weiteren Schritten ist zunächst eine Aufbissschiene und anschließend eine kieferorthopädische Behandlung geplant.
Der Fall dieser Patientin zeigte, dass klinische Routinekontrollen oft keinen Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Kaufunktion geben können. Aus diesem Grund setzt die Klinik mittlerweile den Kaufunktionstest CHEW als Kontrollmaßnahme ein. So können frühzeitig beginnende Beeinträchtigungen in der Kaufunktion erkannt bzw. behandelt werden.
Der Kaufunktionstest CHEW wird von geschultem Fachpersonal durchgeführt. Somit liegen während der Behandlung bereits die Ergebnisse vor, welche anschließend direkt mit der Patientin oder dem Patienten besprochen werden können. Da nicht nur die behandelnde Zahnärztin oder der behandelnde Zahnarzt einen Report erhalten, sondern auch die PatientInnen, wird die Kommunikation zwischen beiden Parteien erleichtert. Defizite sind durch die visuelle und verbale Veranschaulichung des Reports auch von PatientInnen leicht zu verstehen, die dann auch den notwendigen Behandlungsmaßnahmen schneller zustimmen.
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