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 Mind Bar Bird´s Eye View 08/21 

von Prof. Dr. Gregor Slavicek

November 2021 / November 2021 

In der heutigen Ausgabe stellen wir anhand einer Falldokumentation einen Vergleich zwischen Bruxieren im Schlaf und im Wachzustand vor. 

Die Daten wurden von Dr. Nikola Furlini, Zahntechniker Massimiliano Veronese, M.Sc. und Zahntechniker Emir Niziri zur Verfügung gestellt, vielen Dank an dieser Stelle nach Trento. 

  1. Demographische Daten / The demographic data

    30jähriger Mann, natürliche Okklusion (32 Zähne) mit minimalen Restaurationen; dentale Klasse I beidseits; oberer Zahnbogen mit geringer Kompression im Bereich der Prämolaren, geringfügiger anteriorer Engstand im Unterkiefer. Vereinzelt gingivale Rezessionen (16, 13, 11, 24, 25, 25) und Abriebstellen (hauptsächlich Oberkiefer Front).

    Das Hauptanliegen: Kiefergelenkgeräusche in beiden Kiefergelenken bei (weiter) Mundöffnung.

    Anamnestische Daten: gastro-intestinaler Reflux.

    Okklusal-Index: 7/5=1,4 [Q4: empfindliche Zähne (1); Q6: Kiefergelenkgeräusche (2); Q8: Kopfschmerzen (1); Q9: Verspannungen im Nacken/Hals (2); Q10: Probleme mit der Haltung (1).

    Dentale Anamnese: der Patient weiß, dass er mit den Zähnen knirscht; er hält eine Behandlung (der Kiefergelenke) für erforderlich und er ist der Meinung, dass die Situation gravierend ist.

    2. Modelle / Cast

    Oberkiefer und Unterkiefermodelle wurden jeweils mit Split Cast Sockel angefertigt und im Artikulator mit Gesichtbogen und einem Registrat montiert.

    3. BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Nummerische Auswertung / BruxChecker Analysis with DRS BRUX: numerical Analysis

    Es wurden zwei BruxChecker für den Oberkiefer angefertigt. Der Patient wurde instruiert, einen BruxChecker im Schlaf zu verwenden, den anderen im Wachzustand. Die BruxChecker wurden nach dem von OREHAB Minds empfohlenen Schema ausgewertet.

    Die quantitative Analyse zeigt nahezu idente Werte für das Bruxieren im Schlaf und im Wachzustand. Das ist ein Ergebnis, welches in dieser Form nicht zu erwarten ist. In der Regel unterscheiden sich die Anzahl und die Größe der TCA´s (Tooth Contact Areas) doch erheblich.

    4.BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die Übersicht / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The Overview

    Die Übersicht zeigt nahezu idente Resultate für beide BruxChecker.

    5.BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die transversale Verteilung / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The transversal Distribution

    Ein geringer Unterschied in der Verteilung rechts versus links kann zwischen dem Schlaf- und Wachbruxieren erkannt werden: 25 TCA´s rechts und 20 TCA´s links wurden im Schlaf erzeugt, 23 TCA´s rechts und 22 TCA´s links im Wachzustand. Auch die Verteilungen der Flächen sind mit 49,6% (29.4mm2) bzw. 50.4% (29.8mm2) für das Bruxieren im Schlaf und 50.1 (30.9mm2) bzw. 49.9% (30.8mm2) für das Bruxieren im Wachzustand ident.

    6. BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die sagittale Verteilung / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The sagittal Distribution

    Die sagittale Verteilung der TCA´s entspricht insbesondere im Schlaf der Erwartung: die anteriore Kontrolle ist mit 16 (8 rechts und 8 links) TCA´s (35.6%) gegeben; die posteriore Abstützung erfolgt insgesamt über 22 TCA´s (48.9%), davon finden sich 12 auf der rechten und 10 auf der linken Seite. Auch die Flächenverteilung entspricht durchaus den Erwartungen: 35.2% anterior, 14.2% intermediär und 50.7% posterior. Im Wachzustand ist die Front-Eckzahngruppe etwas mehr involviert, dafür die intermediäre Zone (die Prämolaren) etwas weniger.

    7. Die Kaueffizienz des Patienten / The Patient´s Chewing efficiencyn

    Die Kaueffizienz des Patienten wurde ebenfalls bestimmt und getestet. Das Ergebnis liegt im überdurchschnittlichen Bereich, wobei die harten Kaufunktionstesteinheiten offensichtlich schwerer zu zerkleinern sind als die weichen SKTE.

    8. Zusammungfassung  / Summary

    Dieses Fallbeispiel zeigt, dass ein nahezu identes Bruxiermuster im Schlaf und Wachzustand möglich ist. In der Literatur finden sich nur wenige und nicht sehr aussagekräftige Informationen zu diesem Thema. Auch wenn noch nicht genügend Daten zu diesem Thema (BruxChecker Schlaf und Wachzustand) vorliegen, so ist es von großem klinischem Interesse, beide Aspekte in der Diagnostik zu berücksichtigen. Die okklusale Beteiligung beim Bruxieren hängt sehr von der Körperhaltung (Arbeit) und von der Schlafposition ab. Die systematische Funktionsanalyse hilft bei der Entscheidung, ob neben dem BruxChecker im Schlaf ein Einsatz des BruxCheckers bei der Arbeit sinnvoll ist.

    Gibt der Patient an, an Kopfschmerzen und/oder Nackenverspannungen zu leiden, dann ist zwingend der zeitliche Bezug zu erfragen: wann treten die Beschwerden üblicherweise auf. Sind diese bereits beim Aufwachen vorhanden, dann deutet diese auf Bruxieren im Schlaf hin. Treten die Beschwerden während oder nach der Arbeit auf, so ist dieser Zusammenhang abzuklären und ein BruxChecker während der Arbeit einzusetzen.

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