November 2021 / November 2021
In der heutigen Ausgabe stellen wir anhand einer Falldokumentation einen Vergleich zwischen Bruxieren im Schlaf und im Wachzustand vor.
Die Daten wurden von Dr. Nikola Furlini, Zahntechniker Massimiliano Veronese, M.Sc. und Zahntechniker Emir Niziri zur Verfügung gestellt, vielen Dank an dieser Stelle nach Trento.
In today‘s issue, we present a comparison between bruxing during sleep and while awake based on case documentation.
The data was provided by Dr. Nikola Furlini, Dental Technician Massimiliano Veronese, M.Sc. and dental technician Emir Niziri made available, many thanks at this point to Trento.
30jähriger Mann, natürliche Okklusion (32 Zähne) mit minimalen Restaurationen; dentale Klasse I beidseits; oberer Zahnbogen mit geringer Kompression im Bereich der Prämolaren, geringfügiger anteriorer Engstand im Unterkiefer. Vereinzelt gingivale Rezessionen (16, 13, 11, 24, 25, 25) und Abriebstellen (hauptsächlich Oberkiefer Front).
Das Hauptanliegen: Kiefergelenkgeräusche in beiden Kiefergelenken bei (weiter) Mundöffnung.
Anamnestische Daten: gastro-intestinaler Reflux.
Okklusal-Index: 7/5=1,4 [Q4: empfindliche Zähne (1); Q6: Kiefergelenkgeräusche (2); Q8: Kopfschmerzen (1); Q9: Verspannungen im Nacken/Hals (2); Q10: Probleme mit der Haltung (1).
Dentale Anamnese: der Patient weiß, dass er mit den Zähnen knirscht; er hält eine Behandlung (der Kiefergelenke) für erforderlich und er ist der Meinung, dass die Situation gravierend ist.
30-year-old man, natural occlusion (32 teeth) with minimal restorations; dental class I on both sides; Upper dental arch with little compression in the premolar area, slight anterior narrowing in the lower jaw, isolated gingival recessions (16, 13, 11, 24, 25, 25) and abrasion areas (mainly anterior upper jaw).
The main concern: temporomandibular joint noises in both temporomandibular joints
during (wider) mouth opening.
Medical history: gastrointestinal reflux. Occlusal index: 7/5 = 1.4 [Q4: sensitive teeth (1); Q6: temporomandibular joint noises (2); Q8: headache (1); Q9: tension in the neck / throat (2); Q10: Posture problems (1).
Dental history: the patient knows he is grinding his teeth; he thinks treatment (of the temporomandibular joint) is necessary, and he thinks the situation is serious.
2. Modelle / Cast
Oberkiefer und Unterkiefermodelle wurden jeweils mit Split Cast Sockel angefertigt und im Artikulator mit Gesichtbogen und einem Registrat montiert.
The upper and lower jaw models were each made with a split cast base and mounted with a facebow and a centric bite registration.
3. BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Nummerische Auswertung / BruxChecker Analysis with DRS BRUX: numerical Analysis
Es wurden zwei BruxChecker für den Oberkiefer angefertigt. Der Patient wurde instruiert, einen BruxChecker im Schlaf zu verwenden, den anderen im Wachzustand. Die BruxChecker wurden nach dem von OREHAB Minds empfohlenen Schema ausgewertet.
Die quantitative Analyse zeigt nahezu idente Werte für das Bruxieren im Schlaf und im Wachzustand. Das ist ein Ergebnis, welches in dieser Form nicht zu erwarten ist. In der Regel unterscheiden sich die Anzahl und die Größe der TCA´s (Tooth Contact Areas) doch erheblich.
Two BruxChecker were made for the upper jaw. The patient was instructed to use one BruxChecker while sleeping and the other while awake. The BruxChecker were evaluated in the scheme recommended by OREHAB Minds.
The quantitative analysis shows almost identical values for bruxing during sleep and while awake. This result is quite unexpected. Usually, the number and size of the TCAs (Tooth Contact Areas) differ considerably in sleep and awake BruxCheckers.
4.BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die Übersicht / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The Overview
Die Übersicht zeigt nahezu idente Resultate für beide BruxChecker.
The overviews show almost identical results for both BruxCheckers.
5.BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die transversale Verteilung / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The transversal Distribution
Ein geringer Unterschied in der Verteilung rechts versus links kann zwischen dem Schlaf- und Wachbruxieren erkannt werden: 25 TCA´s rechts und 20 TCA´s links wurden im Schlaf erzeugt, 23 TCA´s rechts und 22 TCA´s links im Wachzustand. Auch die Verteilungen der Flächen sind mit 49,6% (29.4mm2) bzw. 50.4% (29.8mm2) für das Bruxieren im Schlaf und 50.1 (30.9mm2) bzw. 49.9% (30.8mm2) für das Bruxieren im Wachzustand ident.
A slight side difference exists between sleep and awakening: 25 TCAs on the right and 20 TCAs on the left appear during sleep, 23 TCAs on the right and 22 TCAs on the left while awake. The distributions of the areas are also 49.6% (29.4mm2) and 50.4% (29.8mm2) for bruxing during sleep and 50.1 (30.9mm2) and 49.9% (30, 8mm2) for bruxing while awake, ident.
6. BruxChecker Analyse mit DRS BRUX: Die sagittale Verteilung / BruxChecker analysis with DRS BRUX: The sagittal Distribution
Die sagittale Verteilung der TCA´s entspricht insbesondere im Schlaf der Erwartung: die anteriore Kontrolle ist mit 16 (8 rechts und 8 links) TCA´s (35.6%) gegeben; die posteriore Abstützung erfolgt insgesamt über 22 TCA´s (48.9%), davon finden sich 12 auf der rechten und 10 auf der linken Seite. Auch die Flächenverteilung entspricht durchaus den Erwartungen: 35.2% anterior, 14.2% intermediär und 50.7% posterior. Im Wachzustand ist die Front-Eckzahngruppe etwas mehr involviert, dafür die intermediäre Zone (die Prämolaren) etwas weniger.
The sagittal distribution of the TCAs corresponds with our expectation, especially during sleep: the anterior control with 16 (8 right and 8 left) TCAs (35.6%) shows the proprioceptive impact; molars contribute to the posterior support with a total of 22 TCAs (48.9%), of which 12 are on the right and 10 on the left. The area distribution corresponds to expectations: 35.2% anterior, 14.2% intermediate, and 50.7% posterior. The Frontteeth and the Canines are more involved in awake bruxism. The intermediate zone (the premolares) less.
7. Die Kaueffizienz des Patienten / The Patient´s Chewing efficiencyn
Die Kaueffizienz des Patienten wurde ebenfalls bestimmt und getestet. Das Ergebnis liegt im überdurchschnittlichen Bereich, wobei die harten Kaufunktionstesteinheiten offensichtlich schwerer zu zerkleinern sind als die weichen SKTE.
The patient‘s chewing efficiency was also determined and tested. The result is above average, although the hard chewing function test units are more difficult to fragment than the soft SCTUs.
8. Zusammungfassung / Summary
Dieses Fallbeispiel zeigt, dass ein nahezu identes Bruxiermuster im Schlaf und Wachzustand möglich ist. In der Literatur finden sich nur wenige und nicht sehr aussagekräftige Informationen zu diesem Thema. Auch wenn noch nicht genügend Daten zu diesem Thema (BruxChecker Schlaf und Wachzustand) vorliegen, so ist es von großem klinischem Interesse, beide Aspekte in der Diagnostik zu berücksichtigen. Die okklusale Beteiligung beim Bruxieren hängt sehr von der Körperhaltung (Arbeit) und von der Schlafposition ab. Die systematische Funktionsanalyse hilft bei der Entscheidung, ob neben dem BruxChecker im Schlaf ein Einsatz des BruxCheckers bei der Arbeit sinnvoll ist.
Gibt der Patient an, an Kopfschmerzen und/oder Nackenverspannungen zu leiden, dann ist zwingend der zeitliche Bezug zu erfragen: wann treten die Beschwerden üblicherweise auf. Sind diese bereits beim Aufwachen vorhanden, dann deutet diese auf Bruxieren im Schlaf hin. Treten die Beschwerden während oder nach der Arbeit auf, so ist dieser Zusammenhang abzuklären und ein BruxChecker während der Arbeit einzusetzen.
This case study shows that an almost identical bruxing pattern is possible in sleep and wakefulness. Little and not very meaningful information on this topic can be found in the literature. Even if there is insufficient data on this topic (BruxChecker sleep and wakefulness), it is of great clinical interest to consider both aspects in the diagnosis. Occlusal involvement in bruxing depends very much on posture (work) and sleeping position. The systematic functional analysis helps decide whether it makes sense to use the BruxChecker at work and the BruxChecker while sleeping.
If the patient states that they suffer from headaches or neck tension, it is essential to inquire about the time reference: when the symptoms usually occur. If these are already present when waking up, then this indicates bruxing during sleep. If the complaints occur during or after work, a BruxChecker during work is indicated.
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