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 Mind Bar Bird´s Eye View 04/21 

von Prof. Dr. Gregor Slavicek

März 2021 / March 2021 

 in der heutigen Ausgabe wollen wir unseren Kunden vertiefende Informationen zur klinischen Interpretation der DRS CHEW Reports bieten. 

1.Demographische Daten und Zusammenfassung der klinischen Daten:

  • Weiblich, 27 Jahre
  • Hauptanliegen: Zahnhartsubstanzdefekte, empfindliche Zähne
  • Okklusal-Index 7/5 = 1,4 [Q1-1 Probleme beim Kauen; Q4-2 empfindliche Zähne; Q6-1 KG-Geräusche; Q9-2 Nackenverspannungen; Q10-1 Probleme mit der Haltung]
  • Anamnestisch: Botulinum Toxin Injektionen 2017 (Kaumuskulatur)
  • Muskelpalpation: Diskomfort und Schmerzen rechts und links nahezu aller Muskeln
  • KG-Palpation: Diskomfort und Schmerzen rechts und links aller Punkte
  • Chronischer Schmerz: Kopfschmerzen frontal-temporal beidseits, Nacken
  • Neurologisches Screening: CN II; CN V; CN VIII; CN XI
  • Female, 27 years
  • Main concern: hard tooth tissues defects, sensitive teeth
  • Occlusal-Index 7/5 = 1,4 [Q1-1 Chewing problem; Q4-2 sensitive teeth; Q6-1 TMJ-noi ses; Q9-2 neck spasm; Q10-1 postural problem]
  • Anamnesis: Botulinum Toxin Injection 2017 in Chewing muscles
  • Muscle Palpation: discomfort and pain on palpation, right and left, almost all musc les
  • TMJ-Palpation: discomfort and pain on palpation, right and left, all palpation points
  • Chronic Pain: bilateral headache frontal-temporal , neck
  • Neurological Screening: CN II; CN V; CN VIII; CN XI

2. Kurze Zusammenfassung Zahnhartsubstanzdefekte 

Erosionen zählen gemeinsam mit Abrasionen und Attritionen zu den häufigsten nicht-kariösen Läsionen von Zähnen. Diese Zahnhartsubstanzveränderungen werden generell als ABRASIO DENTIUM bezeichnet. Steigende Prävalenz- und Inzidenzzahlen zeigen, dass dies ein relevantes Problem für die Praxis darstellt. 

Erosionen werden mit Säuren in Verbindung gebracht. So zum Beispiel mit einem chronischen Reflux von Magensäure oder wiederholtem Erbrechen als intrinsische Quellen für Säure. Krankheitsbilder, die mit einer chronischen Übersäuerung des Mundmilieus einhergehen sind Anorexia nervosa, Bulimie, gastroösophagealer Reflux oder Alkoholabusus. Auch während einer Schwangerschaft kann es zu dieser Problematik kommen. Extrinsische Säurequellen sind häufig zuckerhaltige Softdrinks, aber auch Medikamente und Mundspülungen. Dauerhaftes Konsumierung von entmineralisiertem Wasser kann solche Zahnsubstanzabtragungen beschleunigen. 

Zähne, die in der Nähe der oralen Öffnungen der Ausführungsgänge der Speicheldrüsen liegen, sind dabei weniger betroffen, da der Speichel in vieler Hinsicht eine protektive Wirkung entfaltet. Dazu gehören die unteren Frontzähne und die oberen Molaren. Zähne des Oberkiefers sind in der Regel deutlicher von Erosionen betroffen. 

Im Gegensatz zu Zahnhartsubstanzverlust durch Bruxieren können solche erosiven Defekte nicht mit den opponierenden Zähnen in Einklang gebracht werden. 

Definition ABRASIONEN: Zahnhartsubstanzverlust infolge mechanischer Reibung, im engeren Sinn durch abrasive (Zahn-) Pasten oder Nahrungsmittel. Ein Begriff, der in Bezug auf den Menschen eher selten angewandt wird, ist DEMASTIKATION – also Zahnsubstanzverlust durch Kauen. Dies ist bei vielen Spezies ein die Lebenszeit begrenzender Vorgang. 

Definition der ATTRITION: Zahnhartsubstanzverlust infolge mechanischer Reibung beim Pressen und Knirschen mit Positionsveränderung des Unterkiefers = Bruxismus als wiederholende Kaumuskelaktivität im Schlaf oder im Wachzustand. 

Die drei Formen der Abrasio dentium kommen oft kombiniert vor, sodass sich ein vielschichtiges intraorales Bild ergibt. 


3.Falldarstellung

Figure 1: Intraorale Situation – Intraoral Stat

Intraoral sind massive Erosionen zu erkennen. Die linguale Morphologie der Frontzähne ist nahezu vollständig verloren gegangen. Prämolaren und Molaren des Oberkiefers und die bukkalen Zähne der rechten Seite im Unterkiefer weisen substantielle Zahnhartsubstanzdefekte auf. Auffällig auch der okklusale Status der Prämolaren rechts in beiden Kiefern. Auf den labialen Flächen finden sich hingegen nur geringfügige Schmelzdefekte. 

Figure 2: Erste okklusale Analyse – Initial Occlusal Analysis

Die detaillierte Analyse der Okklusion unter Zuhilfenahme von montierten Modellen zeigt in der Referenz-Position RP beidseits in bukkale dentale Klasse I. Die linguale Analyse ergibt für die rechte Seite eine dentale Klasse I, wobei auffallend ist, dass auch die zweiten Molaren in einer guten Verzahnung positioniert sind. Hingegen ist die Beurteilung der linken Seite von lingual nicht so eindeutig – die Prämolaren sind nicht in Kontakt, ebenso die zweiten Molaren. Die klinischen Detailaufnahmen der Okklusion zeigen deutlich die noch bestehenden Schmelzleisten. 

Figure 3: Kaueffizienz gesamt – Total Chewing Efficiency

Die Kaueffizienz ist insgesamt etwas reduziert (Number). Die Größe der Partikel (Area) ist innerhalb der Norm. Allerdings zeigt auch der Wert für die Größenverteilung (Ratio) an, dass die Zerkleinerung nicht gleichförmig erfolgte und große Teil unzerkaut blieben, somit ein weiterer hinweis auf eine reduzierte Kauleistung.

Figure 4: Kaueffizienz pro Seite – Chewing Efficiency per side

Die Kaueffizienz ist insbesondere für die rechte Seite reduziert, aber auch für die bilateralen Kausequenzen, während die linke Seite eine Erhöhung der Kauleistung aufweist (Number). Die Größe der Partikel (Area) liegt innerhalb der Norm. Allerdings zeigt der Wert für die Größenverteilung (Ratio) an, dass die Zerkleinerung auf allen Seiten, also auch auf der linken Seite, nicht gleichförmig erfolge und durchaus große Teil unzerkaut blieben.

Figure 5: Kaueffizienz pro Härtegrad SKTE – Chewing Efficiency per Degree of Hardness SCTU

Es zeigt sich in der Detailanalyse, dass der Härtegrad der SKTE einen erheblichen Einfluss auf die Kaueffizienz dieser Patientin hat. Dies insbesondere für die mittelharten und harten SKTE. Dies ist vor allem daran zu erkennen, dass die Anzahl der Partikel für medium und hart reduziert ist, und insbesondere der Wert Ratio für alle Härtegrade hoch ist, also dass die Partikel erhebliche Größeunterschiede aufweisen.

Figure 6: Anzahl der Partikeln der Kausequenzen einer Seite – Number of Particles of the Chewing Sequences per Side

Das Balkendiagramm stellt nochmals die Ergebnisse der rechten, linken und bilateralen Kausequenzen dar. Deutlich ist der Unterschied im intraindividuellen Vergleich, die Patientin kann dies nun sehr gut nachvollziehen. Die rechte Okklusion ist nicht mehr in der Lage, die SKTE im erforderlichen Ausmaß zu zerkleinern. 

Figure 7: Anzahl der Partikeln der Kausequenzen pro Härtegrad – Number of Particles of the Chewing Sequences per Hardness

Das Balkendiagramm stellt die Ergebnisse der Kausequenzen mit den unterschiedlichen Härtegraden dar. Für die Patientin ist dieser Unterschied durchaus nachvollziehbar und verständlich. Das Kauorgan ist nicht mehr in der Lage, die harten SKTE im erforderlichen Ausmaß zu zerkleinern. 

Figure 8: Wertetabelle – Value Table

Die Wertetabelle stellt die Kennzahlen übersichtlich zusammen. 

Figure 9: Aufnahmen der 9 Kausequenzen – Figures of all 9 chewing sequences 

Figure 10: Sagittaler Blick auf die Okklusion zur Darstellung okklusaler Strukturen – Sagittal occlusal view to visualize occlusal structures.

Dieser spezielle Blickwinkel soll die Unterschiede der rechten und linken Okklusion darstellen. Während auf der linken Seite sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer noch immer deutliche Strukturen und Abhänge zu erkennen sind, so fehlen diese auf der rechten Seite nahezu vollständig. 


4. Welche therapeutischen Konsequenzen können aus diesem Kaufunktionstest abgeleitet werden?

Der intraorale Status zeigt die Behandlungsnotwendigkeit aufgrund der Zahnhartsubstanzdefekte.

Die immense Bedeutung okklusaler Strukturen werden für die Patientin erst auf Basis der Ergebnisse des Kaufunktionstest offensichtlich. Nun ist es nicht mehr das Reparieren der Defekte, sondern es steht die Wiederherstellung der Funktionen im vordergrund.

Die orale Rehabilitation muss auf die Optimierung der Kaufunktion ausgerichtet werden. Die Patientin versteht auf Basis des Kaufunktionstest, dass diese Situation ein gezieltes Vorgehen erfordert, in Schritten erfolgen muss und ein längerer aufwendiger Prozess ist. Sie akzeptiert die erforderlichen Behandlungsschritte inklusive festsitzende Kieferorthopädie. Im Vordergrund steht dabei die Lösung des vertikalen Problems, es muss genügend Platz geschaffen werden, um ein gutes Höcker-Fossa Relief erzeugen zu können. Die Untergesichtshöhe kann in diesem Fall allerdings nur geringfügig angehoben werden. Kombinierte prothetische, kieferorthopädische und parodontale Maßnahmen sind erforderlich und müssen perfekt aufeinander abgestimmt werden.

Die funktionelle Beurteilung einer Okklusion anhand der Angle Klassifikation ist definitiv 

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