Bereits Kinder im Vorschulalter knirschen mit den Zähnen. Dies hat in den meisten Fällen jedoch eine natürliche Ursache und ist kein Grund zur Beunruhigung. Die Kaufunktion hat ebenfalls Auswirkungen auf skelettale und neuromuskuläre Entwicklung und Wachstum [1].
In der Fachsprache wird das Zähneknirschen als Bruxismus bezeichnet. „Bruxismus ist eine sich wiederholende Kaumuskelaktivität, die durch Knirschen oder Pressen auf den Zähnen und/oder Anspannung bzw. Pressen der Kiefer aufeinander gekennzeichnet ist. Bruxismus hat zwei verschiedene zirkadiane Manifestationen und kann während des Schlafes (Schlafbruxismus) oder im Wachzustand (Wachbruxismus) auftreten.“ [2]. Der Begriff Bruxismus bzw. eine erhöhte Muskelaktivität lassen nicht direkt auf ein Krankheitsbild schließen. Hierfür müssen weitere Faktoren wie Beeinträchtigung durch Schmerzen vorhanden sein, um nach Ursachen für eine mögliche Überbelastung des Kausystems zu suchen [3].
Kinder beginnen bereits mit den Milchzähen zu Knirschen
Knirschen bei Kindern kann bereits mit dem Durchbruch der ersten Milchzähne beginnen. Bei einer Studie in Kanada zeigte sich, dass etwa jedes 2. Kind im Alter zwischen 2,5 und 6 Jahren nachts knirscht [4].
Über das Knirschen kann emotionaler Stress abgebaut werden. Studien zeigen, dass unter anderem Trennungsängste der Kinder ein Grund für das Knirschen in der Nacht sind [2]. Es gibt jedoch auch natürliche Ursachen für das Knirschen. Eine Theorie besagt, dass Kinder mit Hilfe des Knirschens das neuromuskuläre System programmieren. Somit werden Kauflächen und Kontaktpunkte für den Kauvorgang gespeichert. Die Abriebsflächen sind bei einem Milchzahngebiss aufgrund des weicheren Zahnmaterials schneller zu erkennen und vorerst kein Grund zur Sorge [1, 3, 5]. Klagt Ihr Kind jedoch über Schmerzen ist dies allerdings ein Anlass zu überprüfen, ob das Knirschen der Auslöser ist [3].
Ist Ihr Kind betroffen?
Mittels der neuen Technologie BRUX von Orehab Minds kann Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt prüfen, inwieweit Ihr Kind von Knirschen betroffen ist. Hierzu wird eine dünne Prüfschiene am Tag und/oder in der Nacht getragen. Über die Software Analyse BRUX wird ermittelt, wie ausgeprägt das Bruxierverhalten ist. Die Ergebnisse des Digital Report BRUX bekommen Sie in Form eines genauen und trotzdem leicht verständlichen Reports, der als Ausgangslage für weitere zahnmedizinische Entscheidungen dient. In unserem Zahnarztfinder finden Sie Zahnärztinnen und Zahnärzte, die Ihnen BRUX anbieten. Machen Sie sich noch heute einen Termin aus!
Bleiben Sie gesund!
Ihr Orehab Minds-Team
[1] Herring, S. W. (1985) The Ontogeny of Mammalian Mastication. Amer, Zool, 25:339-349.
[2] Lobbezoo, F., Ahlberg, J., Glaros, A. G., Kato, T., Koyano, K., Lavigne, G. J., de Leeuw, R., Manfredini, D., Svensson, P., & Winocur, E. (2013). Bruxism defined and graded: An international consensus. Journal of Oral Rehabilitation, 40(1), 2–4. https://doi.org/10.1111/joor.12011
[3] van Sluijs, R., Lukic, N., Ettlin, D. A. (2020) Bruxismus: Wie gefährlich ist Zähneknirschen? Der Allgemeinarzt, (10):4-6
[4] Petit, D., Touchette, É., Tremblay, R. E., Boivin, M., & Montplaisir, J. (2007). Dyssomnias and parasomnias in early childhood. Pediatrics, 119(5). https://doi.org/10.1542/peds.2006-2132
[5]. Slavicek, R. (2015) Konzepte in der Zahnmedizin. Vol. I: Tractatio. Vol. II: Documentatio.
Vol. III: Concipio. GAMMA Medizinisch-wissenschaftliche Fortbildungs-GmbH,
Klosterburg.
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