Knirschen wird während des Schlafens (Schlaf-Bruxismus) oder im Wachzustand (Wach-Bruxismus) ausgeführt. Der Schlaf-Bruxismus wird in bestimmten Altersgruppen unterschiedlich wahrgenommen, wobei jüngere Erwachsene öfters angeben zu Bruxieren als ältere Erwachsene.
Dies gilt insbesondere für den Schlaf-Bruxismus. Frauen geben bei Befragung deutlich häufiger an, mit den Zähnen zu knirschen, dies gilt sowohl für den Schlaf-Bruxismus und Wach-Bruxismus. Auch der sozio-ökonomische Status scheint einen Einfluss auf den wahrgenommenen Bruxismus zu haben. Ein höherer sozio-ökonomischer Status steht mit der Wahrnehmung des Pressens und Knirschens im Wachzustand in Verbindung [1].
Genetische Einflussfaktoren bezüglich der Bruxismusfunktion wurden in einer finnischen Zwillingsstudie untersucht. Dabei wurden 1298 eineiige und 2419 zweieiige Zwillingspaare untersucht. Untersucht wurde dabei das Bruxieren in der Kindheit und im Erwachsenenalter. Es stellte sich heraus, dass ein signifikanter Unterschied zwischen den Geschlechtern bestand.
Mädchen bzw. Frauen berichteten signifikant häufiger über eigenen Bruxismus als Jungen bzw. Männer. Darüber hinaus ist ein weiterer genetischer Zusammenhang aus dieser Studie abzuleiten: Bruxismus tritt in Zwillingspaaren offensichtlich gleich häufig auf. Interessant ist die Tatsache, dass ein Bruxismus in der Kindheit mit großer Wahrscheinlichkeit auch ins Erwachsenenalter übertragen wird [2].
Auch in einer Befragungsstudie, die die Häufigkeit des Zähneknirschens bei Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren erfasste, wurde ein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gefunden: Laut den Angaben der Eltern bruxieren/knirschen 30 (43,5%) von 104 männlichen Kindern, aber immerhin 39 (56,5%) von 103 weiblichen Kindern. Interessant ist, dass andere Auffälligkeiten im Schlafverhalten in ganz verschiedenen geschlechterspezifischen Unterschieden auftreten [3].
Es kann abgeleitet werden, dass Frauen häufiger Bruxieren als Männer. Es ist jedoch zu beachten, dass dieser, durchaus signifikante Zusammenhang von anderen Faktoren wesentlich beeinflusst werden kann.
Auch andere Faktoren bedenken
So sind alle Faktoren, die zu einer psychischen und physischen Reaktion auf Stresssituationen führen, zu berücksichtigen. Gerade diese Antworten auf Stress sind unterschiedlich bei Männern und Frauen ausgeprägt. Dies hängt nicht nur mit biologischen Faktoren wie den unterschiedlichen Hormonhaushalten zusammen, sondern auch soziale und gesellschaftliche Aspekte wie Erziehung und Rollenerwartung sind zu berücksichtigen. Wahrscheinlich, jedoch noch nicht final zu beantworten, existiert ein geschlechterspezifischer, genetisch bedingter Unterschied – dieser ist jedoch im Vergleich zu anderen Faktoren eher klein. Trotzdem sollten die intraoralen negativen Auswirkungen des Bruxismus bei Frauen stärker beachtet werden [4].
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Bleiben Sie gesund!
Ihr Orehab Minds-Team
1 Wetselaar P. et al. The prevalence of awake bruxism and sleep bruxism in the Dutch adult population. Journal of Oral Rehabilitation 46.7, 617-623 (2019)
2 Hublin C. et al. Sleep bruxism based on self‐report in a nationwide twin cohort. Journal of Sleep Research 7.1 61-67 (1998)
3 Ribeiro MB. et al. Association of possible sleep bruxism in children with different chronotype profiles and sleep characteristics. Chronobiology international 35.5; 633-642 (2018)
4 Berger M. et al. Different association between specific manifestations of bruxism and temporomandibular disorder pain. Neurologia i neurochirurgia polska 51.1; 7-11 (2017)
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